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Fragen an die Bürgermeister-Kandidaten zur Wahl am 14.01.2018 in Templin !

Die deutschen Bürger sind spätestens seit dem Alleingang von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt bei der Abstimmung zur Verlängerung des Glyphosat-Einsatzes sehr verunsichert und beunruhigt. Dass unsere Umwelt und damit das Leben und die Zukunft unserer Kinder bedroht sind, steht mittlerweile außer Frage. Jeder von uns ist gefordert, im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv zu werden. Deshalb bitten wir Sie, die folgenden Fragen zu beantworten. Wir werden die Fragen und Ihre Antworten unverändert auf unserer Homepage und unserer Facebook-Seite veröffentlichen.

Landwirtschaft:
1. Wollen Sie sich dafür einsetzen, bzw. konkret dafür in der Bevölkerung werben, sich saisonal, regional und fleischarm zu ernähren? Wenn ja, was für Ideen haben Sie dazu und würden Sie uns diese verraten? Wenn nein, warum nicht?
2. Werden Sie die biologische Landwirtschaft und das biologische Wirtschaften in Privatgärten im Raum Templin fördern? Wenn ja, was für Ideen haben Sie dazu und würden Sie uns diese verraten? Wenn nein, warum nicht?
3. Wollen Sie etwas gegen das Massensterben der Ackerwildtiere durch Pestizideinsatz unternehmen? Wenn ja, was für Ideen haben Sie dazu und würden Sie uns diese verraten? Wenn nein, warum nicht?
4. Wollen Sie sich dafür einsetzen, dass die landwirtschaftlichen Flächen, die die Stadt Templin verpachtet, zukünftig nur noch biologisch, also ohne Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Kunstdünger bewirtschaftet werden? Wenn nein, warum nicht?
Am 06.12. hat Herr Bürgermeister Tabbert unser Fragen bekommen.

Legehennenanlage Eselshütt:
1. Wissen Sie, wieviele Legehennenanlagen es in der Uckermark, bzw. im Raum Templin gibt?
2. Glauben Sie, dass tatsächlich weitere notwendig sind? Wenn ja, warum glauben Sie das?
3. Kennen Sie die Brabanter Studie, in der an über 200.000 Teilnehmern die Folgen von Massentierhaltungsanlagen auf die Gesundheit der Bevölkerung untersucht wurde?
4. Wie wollen Sie die Gefahren der massenhaften Geflügelhaltung in Eselshütt verhindern, zum Beispiel die Schädigung von Boden, Wasser und Luft durch Nährstoffüberschüsse und hohe Keimbelastung aus der Anlage?
5. Wissen Sie, dass in Eselshütt 18 Tiere pro qm zusammengepfercht und nach einem Jahr Legeleistung ausgelaugt in Kisten gestopft werden und zum Schlachthof kommen? Wollen Sie das tolerieren? Wenn ja, warum?

Templins Zukunft:
1. Warum möchten Sie das Bürgermeisteramt in Templin übernehmen?
2. Treten Sie an, um die anstehenden ökologischen, sozialen, gesellschaftlichen Probleme zu lösen oder ist es Ihnen wichtiger, die Stadt zu verwalten?
3. Haben Sie eine Vision für die gesellschaftliche Entwicklung Templins und der Uckermark?

Übergabe der Fragen an die Bürgermeister-Kandidaten Annett Polle (CDU) und Harald Engler (parteilos).

Übergabe der Fragen an die Bürgermeister-Kandidaten Annett Polle (CDU) und Harald Engler (parteilos).

Übergabe der Fragen an Bürgermeister Detlef Tabbert (Die Linke) durch Ute Rott

Übergabe der Fragen an Bürgermeister Detlef Tabbert (Die Linke) durch Ute Rott.

Nun haben alle vier Kandidaten unsere Fragen beantwortet: Annett Polle (CDU) und Harald Engler (parteilos) strukturiert nach unseren Fragekomplexen, Detlef Tabbert (Die Linke) und Bernhard Klausmeyer (Wählergemeinschaft den Bürgern verpflichtet – WBv) in einem zusammenfassenden Schreiben. Die Antworten wurden den Anschreiben entnommen und unverändert hier eingefügt.

Landwirtschaft:
Annett Polle:
Ich sehe es nicht als eine Aufgabe einer Bürgermeisterin, für eine bestimmte Ernährungsform zu werben. Generell möchte ich aber die regionale Wirtschaft sowie Initiativen unterstützen/stärken und freue mich, wenn regionale Produkte auch vor Ort vertrieben werden. Die Q-Regio-Läden sind eine gute Möglichkeit dies zu tun. Landwirtschaft, als ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor unserer Region, sollte dabei nachhaltig und im Zusammenwirken mit weiteren wirtschaftlichen Akteuren, wie Touristikern und Einzelhändlern, stattfinden. Dabei hat der Erhalt unserer schönen Natur für Mensch und Tier ein hohes Gewicht.
Jeder Form der Landwirtschaft steht dabei auch eine Daseinsberechtigung zu, wenn sie zur Versorgung der Bevölkerung erforderlich ist und gesetzliche Normen eingehalten werden. Die Akzeptanz in der direkten Nachbarschaft sollte allerdings gegeben sein, insbesondere dann, wenn es tatsächliche Auswirkungen für die Bevölkerung gibt.
Ich finde es sehr wichtig, dass sich Einwohner unseres Landes mit dem Thema Natur-und Umweltschutz aktiv auseinandersetzen. Denn wir wissen alle, dass es unter anderem diesem Engagement zu verdanken ist, dass wir besser über Gefahren für unsere Gesundheit informiert sind und es nicht zuletzt deshalb auch veränderte Normen gibt, die ein besseres Nebeneinander zwischen menschlicher Siedlung und industrieller Produktion möglich machen.

Harald Engler:
Ich könnte mich in diesem Zusammenhang, als ein persönliches Beispiel benennen, da ich seit ca. 2 Jahre auf Fleischprodukte verzichte. Für mich ist es selbstverständlich alle Maßnahmen zu unterstützen. Als Bürgermeister würde ich einen Antrag in der SVV unterstützen in dem der Einsatz von Pestiziden auf eigenen Flächen der Stadt Templin sowie Pachtflächen nicht zum Einsatz kommen sollten.

Legehennenanlage Eselshütt:
Annett Polle:
Meines Erachtens gibt es im Raum um Templin 2 bestehende Legehennenanlagen, eine in Petznick, eine in Mittenwalde. Ca.ein Drittel der Eier die in Deutschland verbraucht werden, werden aus dem Ausland importiert. Bei der konventionellen Freilandhaltung sind es etwa 25% der Eier. Deutschland kann seinen Eierbedarf von 7 Milliarden Eiern weiterhin nicht selbst decken. Die Anlage in Eselshütt soll 2018 ihrenBetrieb aufnehmen. Es sollen dort eine Vollzeit- und 2 Teilzeitstellen geschaffen werden. Den Tieren wird neben der Grundstallfläche die den Tieren auf 4 Etagen Sitzmöglichkeiten bietet, auch ein Wintergarten und Freilauffläche am Tag geboten. Jedem Tier steht, auf die Fläche der Gesamtanlage bezogen, ein Raum von 4qm zur Verfügung. Ich halte es für sehr anspruchsvoll, diverse Statistiken unkommentiert und losgelöst gelten zu lassen. Einem deutschen Schüler stehen angeblich rein statistisch 1,7qm Grundfläche zu seiner freien Bewegung im Klassenraum zur Verfügung. Aber welche Erkenntnis ziehen wir aus dieser Aussage?

Harald Engler:
Ich kenne zwei Legehennen Anlagen im Raum Templin, entsprechend dem Verbrauch in Deutschland, steht weiterhin der Bedarf Eier zu importieren, im Interesse einer Verringerung von Massenhaften Transporten sollten Möglichkeiten unter Einhaltung von Auflagen genutzt werden.

Templins Zukunft:
Annett Polle:
Wir leben in einem friedlichen und demokratischen Land. Ich lebe zudem in einer wunderschönen Stadt. Ich möchte mich um das Bürgermeisteramt in Templin bewerben, da ich selbst aktiv dazu beitragen möchte, meine schöne Heimatstadt in den nächsten Jahren unter Einbeziehung der Erfahrungen und Kenntnisse seiner Menschen und demokratischen Kräfte weiter zu entwickeln.
Dabei steht für mich das „Gestalten“ im Vordergrund, wenn auch die Bürgermeisterin als Leiterin der Stadtverwaltung diesbezügliche Aufgaben wahrnehmen muss. Ich möchte aber primär, gemeinsam mit den Akteuren in der Stadtverordnetenversammlung und den engagierten Bürgern unserer Stadt, Templin und seine Ortsteile Schritt für Schritt gleichberechtigt und lebenswert weiterentwickeln. Hierbei möchte ich Zuhörerin, Impulsgeberin und Vermittlerin sein.
Templin kann mehr – wir müssen es nur schaffen alle Ideen zusammenzutragen, egal von wem sie kommen, und diese gemeinsam weiterzuentwickeln.

Harald Engler:
Auf Grund meiner langjährigen Ehrenamtlichen Tätigkeiten als Ortsvorsteher, Stadtverordneter, Schiedsmann und bei sozialen Aufgaben, dadurch habe ich vielfältige Erfahrungen gewonnen die ich gerne weitergeben möchte. Als Bürgermeister werde ich gemeinsam mit den Stadtverordneten anstehende ökologische, soziale und gesellschaftliche Probleme und Aufgaben lösen sowie auch die Verwaltung effizienter und Bürgernaher gestalten.Templin als Kurstadt weiterentwickeln und die regionale Wirtschaft unterstützen.

Antwort von Bernhard Klausmeyer
Sehr geehrte Damen und Herren der Bürgerinitiative Eselshütt,

Mit meiner Kandidatur, auf das Amt des Bürgermeisters ,der Stadt Templin möchte ich eine Echte Alternative sein.
Sollten Sie auch zu denen gehören, die eine Veränderung für die nächsten 8 Jahre in der Stadtpolitik wollen, so möchte ich Ihnen hiermit meine Bereitschaft versichern.

Sie entscheiden mit Ihrer Stimme, am 14.01.2018 , ob Sie, in den zurückliegenden 8 Jahren, mit der Politik des Herrn Tabbert einverstanden waren und ob er ihr damaliger Vertrauen zu Recht bekommen hat.

Ich als gestandener Polizeirevierbeamter habe seit über 30 Jahre täglich auf den Straßen und Plätzen dieser Stadt erleben dürfen, was die Bürger im Alltag bewegt.
Es ist mir wichtig, dass ein Interessenaustausch mit dem Bürgern auf Augenhöhe statt findet und sie sich auch mit ihren Ideen und Meinungen in der Politik mitgenommen fühlen. Dafür werde ich einige Akzente setzen und Handlungsweisen in der Verwaltung verändern.
Seit ca.10 Jahren arbeite ich aktiv in einer Wählergemeinschaft mit, die sich auf ihre Fahnen geschrieben hat, alles ihr mögliche zu tun und zu unterstützen, was die Beteiligung der Bürger, in allen wichtigen Entscheidungen unserer Stadt betrifft. Dabei sollten die Kosten, die die Bürger dafür zu tragen haben, ein besonderes Augenmerk erhalten.

Wir haben es in zwei Legislaturperioden geschafft, insgesamt 5 Mitstreiter in die Stadtverordnetenversammlung von Templin zu bekommen, um dort einen noch aktiveren Beitrag leisten zu können. Die Gewinnung von Mehrheiten bei Sachfragen durch Überzeugung steht auch da in der SVV im Arbeitsmittelpunkt.
Ich möchte Ihnen nachfolgend einige Schwerpunkte aufzeigen, wofür ich stehe.
– gerechte Steuern und Gebühren, z.B. beim Winterdienst,Friedhofsgebühren und den Straßenausbaubeiträgen
– Erhalt des kommunalen Eigentums, z.B. kein Verkauf des Stadtwaldes, der städtischen Seen usw.
– Zusammenwachsen aller Ortsteile mit der Stadt, dabei sollte die eigene Identität der Gemeinden erhalten bleiben
– Ausbau der Infrastruktur
– Schuldenabbau
usw.

Zu Ihren Fragen kann ich sagen, dass es bei der Erzeugung von Produkten immer auf ein gesundes Belastungsmaß ankommt. Bei der Herstellung / Erzeugung von Lebensmitteln und deren Umfeld, müssen alle Aspekte berücksichtigt werden. Das Tierwohl, wie bei Ihrem Anliegen und auch die damit verbundene Umweltbelastung sollten in einem verträglichem Verhältnis stehen und einer ständigen Kontrolle unterliegen.Die gesetzlichen Vorgaben sind dabei einzuhalten.
Der Betreiber von einer Massentierhaltung hat die für die Genehmigung notwendigen Auflagen zu erfüllen. Solche Anlagen, die offensichtlich gegen die Tierschutzauflagen verstoßen, sind nicht dafür geeignet unsere Versorgung zu unterstützen ,sondern eher zu schaden.
Ich trete an, um meine Ideen in die Stadtverwaltung einzubringen, eine frischen Wind mit neuen Chancen zu ermöglichen. Viele Bürger bemerken schon seit langem einen gefühlten Stillstand in der Stadtentwicklung oder es wird eine Entwicklung gesehen, die in die falsche Richtung geht. Die Bürger fühlen sich eben nicht mitgenommen. Mir liegen die städtischen Liegenschaften besonders am Herzen, denn nur darauf kann ich meine unmittelbaren Einflüsse geltend machen. Verträge prüfen und ggf. Änderungen anregen. Auf Andere, die sich im Umfeld der Stadt befinden, kann ich als gewählter Bürgermeister natürlich auch versuchen Einfluss zu nehmen, es wird aber schwerer sein.
Die doch sehr rasante Entwicklung in unserer Gesellschaft , die die Menschen mit ihren Bedürfnissen mitnehmen muss, wird eine meiner Kernaufgaben der Amtszeit sein.
Es wird mit mir keine unhaltbaren Versprechungen geben. Luftschlösser zu bauen, ist nicht mein Ding. Versprechungen vor der Wahl sollten auch danach Bestand haben. Dafür setzte ich mich mit ganzer Kraft ein. Der Bürger muss wieder mehr gehört werden und seine Ideen sind bei mir, in meiner Amtszeit gefragt. Praktisch sinnvolle Vorschläge werden von mir in die dafür zuständigen Gremien eingebracht und bei einer Mehrheitsfindung umgesetzt. Dieses ist aus meiner Sicht gelebte Demokratie.

P.S. In der Anlage möchte ich Ihnen Auszüge aus meinem Wahlprogramm übermitteln. Ich danke für Ihr gezeigtes Interesse.

Dafür werde ich mich einsetzen ! Packen wir es an !!!

Ihr Bürgermeisterkandidat, Bernhard Klausmeyer

Antwort von Detlef Tabbert
Das Schreiben des Bürgermeisters der Stadt Templin, das auch ein an anderer Stelle geführtes Interview enthält, liegt uns als PDF vor, das Sie hier in einem neuen Fenster aufrufen können: Antwort von Detlef Tabbert.